Please reload

Aktuelle Einträge

Der Schöpfungsstrahl

...

„Es ist unmöglich, ein System des Weltalls zu studieren, ohne dabei den Menschen zu studieren. Gleichzeitig ist es unmöglich, den Menschen zu studieren, ohne das Universum zu studieren. Der Mensch ist ein Abbild der Welt. Er wurde nach denselben Gesetzen erschaffen wie das Weltall. Wenn er sich selber kennt und versteht, wird er das Weltall erkennen und verstehen, alle Gesetze, die es erschaffen haben und lenken. Und gleichzeitig wird er durch das Studium der Welt und der sie lenkenden Gesetze die Gesetze studieren und verstehen, die ihn regieren. In diesem Zusammenhang werden einige Gesetze leichter klar und verstanden, indem man die objektive Welt erforscht, während der Mensch andere Gesetze nur dadurch verstehen kann, dass er sich selbst erforscht. Das Studium der Welt und das Studium des Menschen müssen darum parallel verlaufen, wobei das eine dem andern hilft.

„In Anbetracht des Begriffes ‚Welt’ ist es notwendig, von Anfang an zu verstehen, dass es viele Welten gibt und dass wir nicht in einer Welt, sondern in verschiedenen Welten leben. Das ist nicht leicht zu verstehen, weil in der üblichen Sprache der Begriff ‚Welt’ gewöhnlich im Singular gebraucht wird. Und wenn der Plural ‚Welten’ gebraucht wird, dann nur, um gleichsam dieselbe Idee zu verstärken oder um die Idee verschiedener Welten auszudrücken, die parallel zueinander bestehen. Unsere Sprache hat nicht den Begriff von ineinander enthaltenen Welten. Und doch deutet die Vorstellung, dass wir in verschiedenen Welten leben, gerade darauf hin, dass diese Welten ineinander enthalten sind und wir zu ihnen in verschiedener Beziehung stehen.

Wenn wir auf die Frage, wie die Welt oder die Welten, in denen wir leben, beschaffen seien, eine Antwort wünschen, müssen wir uns zu aller erst fragen, was wir als ‚Welt’ in nächster und unmittelbarster Beziehung zu uns bezeichnen.

„Darauf können wir antworten, dass wir oft den Namen Welt der Welt der Menschen geben, der Menschheit, in der wir leben und von der wir ein Teil sind. Aber die Menschheit ist ein unzertrennlicher Teil des organischen Lebens auf Erden, darum wäre es richtig zu sagen, dass die uns nächste Welt das organische Leben auf Erden ist, die Welt der Pflanzen, Tiere und Menschen.

„Aber das organische Leben ist auch in der Welt. Was ist also die ‚Welt’ für das organische Leben?

„Darauf können wir antworten, dass für das organische Leben unser Planet, die Erde, die ‚Welt’ darstellt.

„Aber die Erde ist auch in der Welt. Was wäre dann die ‚Welt’ für die Erde?

„Die ‚Welt’ für die Erde ist die planetarische Welt des Sonnensystems, von dem sie einen Teil darstellt.

„Was ist die ‚Welt’ für alle Planeten zusammengenommen? Die Sonne oder die Einflusssphäre der Sonne oder das Sonnensystem, von dem die Planeten ein Teil sind.

„Für die Sonne wiederum ist die ‚Welt’ unsere Sternenwelt oder die Milchstraße, eine Ansammlung von einer riesigen Anzahl von Sonnensystemen.

„Weiterhin, von einem astronomischen Gesichtspunkt aus, ist es möglich, eine Vielzahl von Welten anzunehmen, die in unermesslichen Entfernungen voneinander im Raum ‚aller Welten’ bestehen. Diese Welten zusammengenommen, bilden die ‚Welt’ für die Milchstraße.

„Wenn wir weiter zu philosophischen Schlüssen übergehen, so können wir sagen, dass ‚alle Welten’ ein für uns unverständliches und unbekanntes Ganzes oder Eins sein müssen (wie ein Apfel eins ist). Dieses Ganze oder dieses Eins oder All, was das ‚Absolute’ oder das ‚Unabhängige’ genannt werden könnte, weil es alles in sich einschließt und von nichts abhängt, stellt die ‚Welt’ für ‚alle Welten’ dar. Logisch ist es noch möglich, sich einen Zustand von Dingen vorzustellen, wo das All ein einziges Ganzes bildet. Solch ein Ganzes wird sicherlich das Absolute, welches das Unabhängige bedeutet, darstellen, weil es, das heißt das All, unbegrenzt und unteilbar ist.

„Das Absolute, das heißt der Zustand der Dinge, wenn das All ein Ganzes darstellt, ist sozusagen der ursprüngliche Urzustand der Dinge, aus dem durch Teilung und Gliederung die Vielfalt der von uns beobachteten Erscheinungen entsteht.

„Der Mensch lebt in all diesen Welten, aber auf verschiedene Weise. Das heißt, zuallererst ist er durch die nächste Welt beeinflusst, die ihm am nächsten steht und von der er ein Teil ist. Auch weiter entfernte Welten können den Menschen beeinflussen, sowohl direkt als auch durch dazwischenliegende Welten, aber ihre Wirkung vermindert sich im Verhältnis zu ihrer Entferntheit oder zur Vergrößerung der Verschiedenheit zwischen ihnen und dem Menschen. Wie wir weiter sehen werden, erreicht der unmittelbare Einfluss des Absoluten den Menschen nicht. Aber der Einfluss der nächsten Welt und der Einfluss der Sternenwelt ist bereits ganz klar im Leben des Menschen, trotzdem er gewiss der Wissenschaft unbekannt ist.“

Damit beendete G. diese Vorlesung.

 

Bei der nächsten Gelegenheit hatten wir viele Fragen, hauptsächlich über die Einflüsse der verschiedenen Welten und warum uns der Einfluss des Absoluten nicht erreiche.

„Bevor wir diese Einflüsse untersuchen“, begann G., „und ebenso die Gesetze der Wandlung von Einheit in Vielheit, müssen wir das Grundgesetz untersuchen, das alle Erscheinungen in aller Vielfalt oder Einheit aller Universen schafft.

„Dies ist das ‚Gesetz der Drei’ oder das Gesetz der drei Prinzipien oder der drei Kräfte. Es beruht auf der Tatsache, dass jedes Phänomen, auf welcher Stufe und in welcher Welt es auch stattfindet, von molekularen bis zu kosmischen Phänomenen, das Ergebnis der Verbindung oder des Zusammentreffens dieser drei verschiedenen und gegensätzlichen Kräfte ist. Die zeitgenössische Wissenschaft erkennt das Bestehen von zwei Kräften und die Notwendigkeit dieser zwei Kräfte zur Erzeugung von Erscheinungen an: Kraft und Widerstand, positiver und negativer Magnetismus, positive und negative Elektrizität, männliche und weibliche Zellen und so fort. Aber sie sieht selbst diese zwei Kräfte nicht immer und überall. Nie wurde eine Frage nach der dritten gestellt, oder wenn sie gestellt wurde, dann hat man sie kaum vernommen.

„Wirklichem, exaktem Wissen nach können eine Kraft oder zwei Kräften niemals eine Erscheinung hervorrufen. Die Anwesenheit einer dritten Kraft ist notwendig, denn es ist nur mittels einer dritten Kraft möglich, dass die zwei ersten das schaffen, was man eine Erscheinung nennen kann, ganz gleich in welcher Sphäre.

„Die Lehre von den drei Kräften ist die Wurzel aller alten Systeme. Die erste Kraft kann man aktiv oder positiv nennen, die zweite passiv oder negativ; die dritte neutralisierend. Aber dies sind nur Namen, denn in Wirklichkeit sind alle drei Kräfte gleichermaßen aktiv und erscheinen aktiv, passiv und neutralisierend nur an den Punkten ihres Zusammentreffens, das heißt nur in Beziehung zueinander zu einem gegebenen Zeitpunkt. Die ersten zwei Kräfte sind dem Menschen mehr oder weniger verständlich, und die dritte kann manchmal entweder am Ansatzpunkt der Kräfte oder im ‚Medium’ oder im ‚Ergebnis’ entdeckt werden. Aber allgemein gesprochen ist die dritte Kraft für unmittelbare Beobachtung und direktes Verstehen nicht leicht zugänglich. Der Grund hierfür liegt in der funktionellen Beschränktheit der gewöhnlichen psychischen Tätigkeit und in den grundsätzlichen Kategorien unserer Wahrnehmung der Erscheinungswelt, das heißt in unserem Raum- und Zeitempfinden, das sich aus diesen Begrenzungen ergibt. Die Menschen können die dritte Kraft nicht wahrnehmen und beobachten, ebenso wenig wie sie räumlich die ‚vierte Dimension’ nicht wahrnehmen können.

„Aber durch das Studium seiner selbst, der Äußerung seiner Gedanken, seines ‚Bewusstseins’, seiner Tätigkeit, seiner Gewohnheiten, Begierden und so fort, kann der Mensch lernen, in sich selbst die Tätigkeit dieser drei Kräfte zu beobachten und zu sehen. Nehmen wir zum Beispiel an, dass ein Mensch an sich arbeiten will, um einige seiner Eigenschaften zu ändern, um eine höhere Stufe des Seins zu erreichen. Sein Wunsch, seine Initiative ist die aktive Kraft. Die Trägheit seines ganzen gewohnten psychischen Lebens, die im Gegensatz zu seiner Initiative steht, wird dann die passive oder die negative Kraft darstellen. Diese zwei Kräfte werden sich entweder die Waage halten oder eine wird die andere überwinden, wird daher gleichzeitig zu schwach für jegliche weitere Handlung werden. So werden sich die zwei Kräfte gleichsam umeinander drehen, eine wird die andere absorbieren, und sie werden überhaupt kein Ergebnis hervorbringen. Das mag für die ganze Dauer des Lebens so fortgehen. Ein Mensch kann Wunsch und Initiative verspüren, aber all diese Initiative kann darauf verwandt werden, die gewöhnliche Lebensträgheit zu überwinden und nichts für das Ziel übrigzulassen, auf das die Initiative hätte gerichtet werden sollen. Und so mag es fortgehen, wenn nicht die dritte Kraft in Erscheinung tritt, zum Beispiel in Form neuen Wissens, das sofort den Vorteil oder die Notwendigkeit der Arbeit an sich selbst aufzeigt und dadurch die Initiative unterstützt und stärkt. Dann kann mit Hilfe der dritten Kraft die Initiative der Trägheit Herr und der Mensch in der beabsichtigten Richtung aktiv werden.

„Beispiele der Tätigkeit aller drei Kräfte und des Augenblicks des Eintrittes der dritten Kraft können in allen Äußerungen unseres psychischen Lebens gefunden werden, in allen Erscheinungen im Leben menschlicher Gemeinschaften und der Menschheit im Ganzen und in allen Naturerscheinungen um uns.

„Aber im Anfang genügt es, das allgemeine Prinzip zu verstehen: jede Erscheinung, gleich welcher Größenordnung, ist unausweichlich die Äußerung von drei Kräften; eine oder zwei Kräfte können keine Erscheinung hervorbringen. Und wenn wir in irgendetwas einen Stillstand beobachten oder eine endlose Zögerung an derselben Stelle, dann können wir sagen, dass an der bestimmten Stelle die dritte Kraft fehlt. Beim Versuch, dies zu verstehen, müssen wir uns erinnern, dass man Erscheinungen als Äußerungsform dreier Kräfte nicht beobachten kann, weil wir die objektive Welt in unseren subjektiven Bewusstseinszuständen nicht beobachten können. Und in der subjektiv beobachteten Erscheinungswelt sehen wir nur die Äußerung von einer oder zwei Kräften. Wenn wir die Äußerung von drei Kräften in jedem Vorgang sehen könnten, dann würden wir die Welt erkennen, wie sie ist (Ding an sich). Nur müssen wir uns daran erinnern, dass eine Erscheinung, die einfach zu sein scheint, in Wirklichkeit sehr mannigfaltig sein kann, das heißt, sie mag eine sehr komplizierte Verbindung von Dreiheiten sein. Aber wir wissen, dass wir die Welt nicht beobachten können, wie sie ist, und das sollte uns verstehen helfen, warum wir die dritte Kraft nicht sehen können. Die dritte Kraft ist eine Eigenschaft der wirklichen Welt. Die subjektive oder die Erscheinungswelt unserer Beobachtung ist nur relativ wirklich, und auf jeden Fall ist sie nicht vollständig.

„Wenn wir nun auf die Welt, in der wir leben, zurückkommen, können wir sagen, dass im Absoluten wie in allem anderen drei Kräfte tätig sind, die aktive, die passive und die neutralisierende. Aber da seiner Natur nach das Absolute und alles in ihm eine Einheit darstellt, bilden hier auch die drei Kräfte eine Einheit. Dazu besitzen die drei Kräfte in der Formung eines unabhängigen Ganzen einen vollen und unabhängigen Willen, volles Bewusstsein und volles Verständnis ihrer selbst und all dessen, was sie tun.

„Die Idee der Einheit der drei Kräfte im Absoluten bildet die Grundlage vieler alter Lehren: konsubstantielle und unteilbare Dreieinigkeit, Trimurti-Brahma, Wischnu und Siwa und so fort.

„Die drei Kräfte des Absoluten, die ein Ganzes bilden, vereinigen und trennen sich nach ihrem eigenen Willen und ihrer eigenen Entscheidung, und an den Knotenpunkten schaffen sie Erscheinungen oder ‚Welten’. Diese Welten, die durch den Willen des Absoluten erschaffen wurden, hängen in allem, was sich auf ihre Existenz bezieht, einzig von diesem Willen ab. In jeder dieser Welten wirken wieder die drei Kräfte. Da jedoch jede dieser Welten nicht das Ganze, sondern nur einen Teil darstellt, stellen die drei Kräfte in ihnen nicht ein Ganzes dar. Wir haben nun den Fall von drei Willen, drei Bewusstseinen, drei Einheiten. Jede der drei Kräfte enthält in sich die Möglichkeit aller drei Kräfte, aber an den Treffpunkten der drei Kräfte äußert sich jede nur nach einem Prinzip - dem aktiven, dem passiven oder dem neutralisierenden. Diese drei Kräfte schaffen zusammen eine Dreieinheit, die neue Erscheinungen hervorbringt. Aber diese Dreieinheit ist verschieden, sie ist nicht diejenige, die im Absoluten besteht, wo die drei Kräfte ein unteilbares Ganzes bilden und nur einen einzigen Willen und ein einziges Bewusstsein haben. In den Welten zweiter Ordnung sind die drei Kräfte nun geteilt und ihre Treffpunkte sind jetzt von verschiedener Natur. Im Absoluten ist Zeitpunkt und Ort ihres Zusammentreffens durch ihren einheitlichen Willen bestimmt. In den Welten zweiter Ordnung, wo nicht mehr einer, sondern drei Willen herrschen, werden die Treffpunkte durch einen getrennten Willen unabhängig von den anderen bestimmt, und daher werden die Treffpunkte zufällig oder mechanisch. Der Wille des Absoluten erschafft die Welt zweiter Ordnung und lenkt sie, aber er lenkt nicht ihre schöpferische Arbeit, in der ein mechanisches Element erscheint.

„Stellen wir uns das Absolute als einen Kreis vor und in ihm eine Anzahl anderer Kreise, Welten zweiter Ordnung. Nehmen wir nun einen dieser Kreise. Das Absolute wird durch die Zahl 1 bezeichnet, weil die drei Kräfte im Absoluten ein Ganzes darstellen, und die kleinen Kreise bezeichnen wir durch die Zahl 3, weil in einer Welt zweiter Ordnung die drei Kräfte schon geteilt sind.

„Die drei geteilten Kräfte in den Welten zweiter Ordnung, die in jeder dieser Welten zusammentreffen, schaffen neue Welten dritter Ordnung. Nehmen wir eine dieser Welten. Die Welt dritter Ordnung, die durch die drei Kräfte geschaffen ist, die halb mechanisch handeln, hängt nicht mehr vom einzigen Willen des Absoluten ab, sondern von drei mechanischen Gesetzten. Diese Welten werden durch drei Kräfte erzeugt, und nachdem sie geschaffen sind, äußern sie drei neue eigene Kräfte. Dadurch wird die Zahl der Kräfte in einer Welt dritter Ordnung sechs betragen. Auf unserer Skizze ist ein Kreis dritter Ordnung durch die Zahl 6 (3 plus 3) gekennzeichnet. In dieser Welt werden Welten einer neuen Ordnung geschaffen, der vierten Ordnung. In der Welt vierter Ordnung sind drei Kräfte der Welt zweiter Ordnung, sechs Kräfte der Welt dritter Ordnung und drei von ihr selbst tätig, zusammen, also zwölf Kräfte. Nehmen wir eine dieser Welten und bezeichnen wir sie mit der Zahl 12 (3 plus 6 plus 3). Da diese Welten einer noch größeren Anzahl von Gesetzen gehorchen und noch weiter vom einzigen Willen des Absoluten entfernt sind, sind sie noch mechanischer. Die Welten, die innerhalb dieser Welten geschaffen werden, werden von vierundzwanzig Kräften gelenkt (3 plus 6 plus 12 plus 3). Die Welten, die wiederum in diesem Welten geschaffen werden, werden durch achtundvierzig Kräfte gelenkt. Die Zahl 48 ergibt sich wie folgt: drei Kräfte aus der Welt, die unmittelbar aus dem Absoluten folgt, sechs aus der nächsten, zwölf aus der nächsten, vierundzwanzig aus der darauffolgenden und drei aus der eigenen Welt (3 plus 6 plus 12 plus 24 plus 3), zusammen also achtundvierzig. Welten innerhalb dieser Achtundvierziger-Welten werden durch sechsundneunzig Kräfte gelenkt (3 plus 6 plus 12 plus 24 plus 48 plus 3). Die Welten der nächsten Ordnung, wenn es welche gibt, werden durch einhundertzweiundneunzig Kräfte gelenkt und so fort.

„Wenn wir eine der zahlreichen Welten nehmen, die im Absoluten geschaffen sind, das heißt Welt 3, so wird es eine Welt sein, die die gesamten Sternenwelten ähnlich unserer Milchstraße umfasst. Wenn wir die Welt 6 nehmen, wird es eine der Welten innerhalb dieser Welten sein, nämlich die Sternhäufung, die wir als Milchstraße bezeichnen. Welt 12 wird eine der Sonnen sein, die die Milchstraße bilden, unsere Sonne. Welt 24 wird die Planetenwelt darstellen, das heißt alle Planeten des Sonnensystems. Welt 48 wird die Erde sein. Welt 96 wäre der Mond. Wenn der Mond einen Satelliten hätte, würde er Welt 192 sein und so fort.

„Die Kette der Welten, deren Verbindungsglieder das Absolute, alle Welten, alle Sonnen, unsere Sonne, die Planeten, die Erde und der Mond sind, ergibt den ‚Schöpfungsstrahl’, in dem wir uns befinden. Der Schöpfungsstrahl ist für uns die Welt im weitesten Sinne des Begriffes. Natürlich schließt der Schöpfungsstrahl nicht die Welt im vollen Sinne des Begriffes ein, da das Absolute eine Anzahl, vielleicht eine unendliche Zahl verschiedener Welten gebiert, von denen jede mit einem neuen und eigenen Schöpfungsstrahl beginnt. Des weiteren enthält jede dieser Welten eine Anzahl von Welten, die eine weitere Aufteilung des Schöpfungsstrahls darstellen, und von einer von diesen wählen wir eine aus, unsere Milchstraße; die Milchstraße besteht aus einer Zahl von Sonnen, aber von dieser Zahl nehmen wir die Sonne, die uns am nächsten ist, von der wir direkt abhängen und in deren Bereich wir leben, und bewegen und unser Dasein haben. Jede dieser anderen Sonnen bedeutet eine neue Aufteilung des Strahls, aber wir können diese Strahlen nicht in gleicher Weise wie unseren Strahl untersuchen, nämlich den Strahl, in dem wir uns befinden. Weiterhin steht uns innerhalb unseres Sonnensystems die Planetenwelt näher als die Sonne selbst, und innerhalb der Planetenwelt steht uns die Erde am nächsten, der Planet, auf dem wir leben. Wir brauchen andere Planeten nicht in gleicher Weise zu studieren, wie wir die Erde studieren, es genügt, dass wir sie alle zusammen betrachten, das heißt in einem beträchtlich kleinerem Maße, als wir die Erde betrachten.

„Die Zahl der Kräfte innerhalb jeder Welt, eins, drei, sechs, zwölf und so fort, zeigt die Zahl der Gesetze an, der die betreffende Welt unterworfen ist.

„Je weniger Gesetze es in einer bestimmten Welt gibt, desto näher steht sie dem Willen des Absoluten; je mehr Gesetze es in einer bestimmten Welt gibt, desto größer ist die Mechanisiertheit, desto weiter ist sie vom Willen des Absoluten entfernt. Wir leben in einer Welt, die achtundvierzig Gesetzesordnungen untersteht, das heißt sehr weit vom Willen des Absoluten entfernt liegt und in einer sehr entfernten und dunklen Ecke des Weltalls.

„Auf diese Weise hilft uns der Schöpfungsstrahl, unseren Platz in der Welt zu bestimmen und zu erkennen. Aber, wie Sie sehen, sind wir noch nicht zu den Fragen über die Einflüsse gekommen. Um den Unterschied zwischen den Einflüssen der verschiedenen Welten zu verstehen, müssen wir das Gesetz der Drei besser verstehen und dann noch ein anderes Grundgesetz - das Gesetz der Sieben oder das Gesetz der Oktaven.“

 

Nehmen wir das dreidimensionale Weltall und betrachten wir die Welt als eine Welt von Stoff und Kraft in der einfachsten Bedeutung dieser Begriffe. Höhere Dimensionen und neue Theorien über Stoff, Raum und Zeit, und ebenso andere Kategorien zur Erkenntnis der Welt, die in der Wissenschaft unbekannt sind, werden wir später besprechen. Im Augenblick ist es notwendig, sich das Weltall in der diagrammatischen Darstellung des ‚Schöpfungsstrahl‘ vom Absoluten bis zum Mond vorzustellen.

„Der ‚Schöpfungsstrahlt‘ scheint auf den ersten Blick nur ein sehr elementarer Plan des Weltalls zu sein, aber es wird einem bei weiterem Studium klar, dass es mit Hilfe dieses einfachen Planes möglich wird, eine Vielzahl von verschiedenen und gegensätzlichen sowohl philosophischen  als auch religiösen und wissenschaftlichen Weltanschauungen in Übereinstimmung zu bringen und aus ihnen ein Ganzes zu formen. Die Idee des Schöpfungsstrahles gehört altem Wissen an, und viele der uns bekannten naiven geozentrischen Weltsysteme sind entweder unzulängliche Darstellungen der Idee des Schöpfungsstrahles oder Verstümmelungen dieser Idee als Folge buchstäblichen Verstehens. Wir bemerken, dass die Idee des Schöpfungsstrahles und sein Wachstum aus dem Absoluten einigen modernen, wenn auch nicht wirklich wissenschaftlichen Betrachtungsweisen widerspricht. Nehmen wir zum Beispiel die Stufe Sonne, Erde, Mond. Nach der heute üblichen Meinung ist der Mond ein kalter, toter Himmelskörper, der einmal wie die Erde war, das heißt innere Hitze besaß, und noch früher eine geschmolzene Masse wie die Sonne war. Nach der üblichen Meinung war die Erde einmal wie die Sonne, wird langsam kälter und mag früher oder später auch eine gefrorene Masse werden wie der Mond. Gewöhnlich nimmt man an, dass auch die Sonne kälter wird und dass sie zu einem bestimmten Zeitpunkt ähnlich wie die Erde und später ähnlich wie der Mond werde.

„Zuallererst müssen wir natürlich bemerken, dass diese Ansicht nicht ‚wissenschaftlich’ im strengen Sinne des Begriffs genannt werden kann, da es in der Wissenschaft, das heißt in der Astronomie oder noch besser der Astrophysik, viele verschiedene und widersprechende Hypothesen und Theorien über diesen Gegenstand gibt, von denen keine eine ernst zu nehmende Grundlage hat. Aber diese Ansicht ist die weitverbreitetste und ist die Ansicht des durchschnittlichen modernen Menschen über die Welt, in der wir leben, geworden. 

„Die Idee des Schöpfungsstrahles und seines Wachstums aus dem Absoluten widerspricht dieser heute allgemein angenommenen Ansicht.

„Nach dieser Idee ist der Mond ein noch ungeborener Planet, einer, der sozusagen im Begriff ist, geboren zu werden. Er wird langsam warm und wird mit der Zeit (eine günstige Entwicklung des Schöpfungsstrahles vorausgesetzt) wie die Erde werden und einen eigenen Satelliten, einen neunen Mond, haben. Damit wird dem Schöpfungsstrahl ein neues Glied hinzugefügt sein. Auch die Erde wird nicht kälter, sondern wird wärmer und kann einmal wie die Sonne werden. Wir beobachten einen solchen Vorgang zum Beispiel im System des Jupiter, der für seine Satelliten eine Sonne darstellt. Wenn wir alles zusammenfassen, was wir zuvor über den Schöpfungsstrahl von Welt 1 bis Welt 96 gesagt haben, müssen wir hinzufügen, dass die Zahlen, mit denen die Welten bezeichnet werden, die Anzahl der Kräfte oder Gesetzesordnungen anzeigen, welche die in Frage stehende Welt regieren. Im Absoluten gibt es nur eine Kraft und nur ein Gesetz - den einzigen und unabhängigen Willen des Absoluten. In der nächsten Welt gibt es drei Kräfte oder drei Gesetzesordnungen. In der nächsten sind sechs Gesetzesordnungen; in der folgenden zwölf; und so weiter. Auf unserer Welt, das heißt der Erde, wirken achtundvierzig Gesetzesgruppen, denen wir unterworfen sind und durch die unsereganzes Leben gelenkt wird.sWenn wir auf dem Mond leben würden, dann würden wir sechsundneunzig Gesetzesgruppen unterstehen, das heißt, unser Leben und unsere Tätigkeit würde noch mechanischer sein und wir würden nicht die Möglichkeit haben, aus der Mechanisiertheit zu fliehen, die wir jetzt besitzen.

„Wie wir schon gesagt haben, äußert sich der Wille des Absoluten nur in der unmittelbar nächsten Welt, die er innerhalb seiner selbst geschaffen hat, das heißt in Welt 3, der unmittelbare Wille des Absoluten reicht nicht bis zu Welt 6 und äußert sich in ihr nur in Form mechanischer Gesetze. Noch weiter, in den Welten 12, 24, 48 und 96 hat der Wille des Absoluten immer weniger und weniger Möglichkeit, sich zu äußern. Das heißt: in Welt 3 schafft das Absolute sozusagen einen allgemeinen Plan des ganzen übrigen Weltalls, das dann mechanisch weiterentwickelt wird. Der Wille des Absoluten kann sich in den folgenden Welten außerhalb dieses Planes nicht äußern, und wenn er sich in Übereinstimung mit diesem Plan äußert, nimmt er die Form mechanischer Gesetze an. Das bedeutet, wenn das Absolute seinen Willen, sagen wir in unserer Welt, in Widerspruch zu den diese beherrschen mechanischen Gesetzen äußern wollte, dann müsste es alle Welten, die zwischen ihm und unserer Welt liegen, zerstören.

„Die Idee eines Wunders im Sinn einer Übertretung der Gesetze durch den Willen, der sie schuf, steht nicht allein in Widerspruch zum gesunden Menschenverstand, sondern auch zu der bloßen Idee des Willens selbst. Ein ‚Wunder’ kann nur die Äußerung von Gesetzen sein, die dem Menschen unbekannt sind oder selten angetroffen werden. Ein Wunder ist die Äußerung der Gesetze einer anderen Welt in dieser Welt.

„Auf der Erde sind wir sehr weit vom Willen des Absoluten entfernt; wir sind von ihm durch achtundvierzig Ordnungen mechanischer Gesetze getrennt. Wenn wir uns von der Hälfte dieser Gesetze befreien könnten, dann würden wir uns unter der Herrschaft von nur vierundzwanzig Gesetzen befinden, das heißt den Gesetzen der planetarischen Welt, und dann würden wir dem Absoluten und seinem Willen um eine Stufe näher sein. Wenn wir uns von einer Hälfte dieser Gesetze befreien könnten, würden wir den Gesetzen der Sonne (zwölf Gesetzen) unterworfen sein und somit wieder dem Absoluten um eine Stufe näher kommen. Wenn wir weiterhin uns wieder von der Hälfte dieser Gesetze befreien könnten, wären wir nur den Gesetzen der Sternenwelt unterworfen und nur noch eine Stufe vom unmittelbaren Willen des Absoluten entfernt.

„Und es gibt für den Menschen die Möglichkeit, sich allmählich von den mechanischen Gesetzen zu befreien.

 

„Das Studium der achtundvierzig Gesetzesgruppen, denen der Mensch unterworfen ist, kann nicht abstrakt sein wie das Studium der Astronomie. Man kann sie nur kennenlernen, wenn man sie in sich selbst beobachtet und dadurch, dass man sich von innen befreit. Zu Beginn muss der Mensch einfach verstehen, dass er ganz unnötigerweise tausenden kleinlichen, aber unbequemen Gesetzen unterworfen ist, die für ihn durch andere Leute und ihn selbst geschaffen wurden. Wenn er versucht, sich von ihnen zu befreien, wird er sehen, dass er das nicht kann. Lange beharrliche Versuche, sich von ihnen zu befreien, werden ihn von seiner Sklaverei überzeugen. Die Gesetze, denen der Mensch unterworfen ist, können nur studiert werden, indem man mit ihnen ringt, indem man versucht, sich von ihnen zu befreien. Aber viel Wissen ist notwendig, um sich von einem Gesetz zu befreien, ohne ein anderes an seiner Statt zu schaffen.

„Die Gesetzesgruppen und ihre Formen unterscheiden sich je nach dem Gesichtspunkt, von dem aus wir den Schöpfungsstrahl betrachten.

„In unserem System ist das Ende des Schöpfungsstrahls, sozusagen das wachsende Ende des Zweiges, der Mond. Die Kraft für das Wachstum, das heißt für die Entwicklung des Mondes und die Schaffung von neuen Schösslingen, geht von der Erde zum Mond, wo sie durch die gemeinsame Tätigkeit der Sonne, aller anderen Planeten des Sonnensystems und der Erde selbst erzeugt wird. Diese Energie wird in einem großen Akkumulator auf der Oberfläche der Erde gesammelt und aufbewahrt. Dieser Akkumulator ist das organische Leben auf Erden. Das organische Leben auf Erden ernährt den Mond. Alles, was auf der Erde lebt, Menschen, Tiere, Pflanzen, bildet die Nahrung für den Mond. Der Mond ist ein gewaltiges Lebewesen, das sich von all dem, was auf Erden lebt und wächst, ernährt. Ohne das organische Leben auf Erden könnte der Mond nicht bestehen, genau so wenig wie das organische Leben auf Erden ohne den Mond bestehen könnte. Weiterhin ist der Mond für das organische Leben ein gewaltiger Elektromagnet. Wenn die Tätigkeit des Elektromagneten zu einem plötzlichen Stillstand käme, würde das organische Leben zu nichts zerfallen.

„Der Vorgang des Wachstums und der Erwärmung des Monds hängt mit Leben und Tod auf der Erde zusammen. Alles was lebt gibt bei seinem Tode ein gewisses Quantum Energie frei, die es ‚belebt’ hat; diese Energie oder die ‚Seelen’ aller Lebewesen - Pflanzen, Tiere und Menschen - wird vom Mond wie durch einen gewaltigen Elektromagnet angezogen und bringt ihm die Wärme und das Leben, von denen sein Wachstum, das heißt das Wachstum des Schöpfungsstrahls, abhängt. Im Haushalt des Weltalls geht nichts verloren, und eine bestimmte Kraft, die ihre Arbeit auf einer Ebene vollbracht hat, geht zu einer anderen über.

„Die Seelen, die zum Mond gehen und sogar vielleicht ein gewisses Maß von Bewusstsein und Gedächtnis besitzen, finden sich dort unter sechsundneunzig Gesetzen, unter den Bedingungen des mineralischen Lebens oder, um es anders auszudrücken, den Bedingungen, aus denen es, abgesehen von einer allgemeinen Entwicklung, in unermesslich langen planetarischen Zeiträumen, kein Entkommen gibt. Der Mond ist am ‚äußersten Rand’, am Ende der Welt; er ist die ‚äußere Dunkelheit’ der christlichen Lehre, ‚wo nur Heulen und Zähneknirschen sein wird’.

„Der Einfluss des Mondes auf alles Lebende zeigt sich in allen Geschehnissen auf Erden. Der Mond ist die hauptsächliche oder besser die nächste, die unmittelbare Bewegkraft all dessen, was im organischen Leben auf Erden vorgeht. Alle Bewegungen, Handlungen und Äußerungen von Menschen, Tieren und Pflanzen sind vom Mond abhängig und werden vom Mond regiert. Die empfindliche dünne Schicht organischen Lebens, welche die Erdkugel bedeckt, hängt ganz vom Einfluss des großen Elektromagneten ab, der ihr die Lebenskraft aussaugt. Unter gewöhnlichen Lebensbedingungen kann der Mensch, wie jedes andere lebende Wesen, sich dem Einfluss des Mondes nicht entziehen. Alle seine Bewegungen und folglich auch alle seine Handlungen werden vom Mond geleitet. Wenn ein Mensch einen anderen tötet, dann tut dies der Mond: wenn er sich für andere opfert, tut dies auch der Mond. Alle Übeltaten, alle Verbrechen, alle Selbstaufopferung, alle heroischen Unternehmungen wie auch alle Handlungen des gewöhnlichen täglichen Lebens werden vom Mond gelenkt.

„Die Befreiung, die mit dem Wachstum der geistigen Kräfte und Fähigkeiten kommt, bedeutet Befreiung vom Mond. Der mechanische Teil unseres Lebens hängt vom Monde ab, ist ihm unterworfen. Wenn wir in uns Bewusstsein und Willen entwickeln und unser mechanisches Leben und alle unsere mechanischen Äußerungen ihnen unterwerfen, so können wir der Macht des Mondes entrinnen.

„Die nächste Vorstellung, mit der wir uns vertraut machen müssen, ist die Stofflichkeit des Weltalls, das wir in Form des Schöpfungsstrahls betrachten. Alles in diesem Weltall kann gewogen und gemessen werden. Das Absolute ist ebenso stofflich wägbar und messbar wie der Mond oder der Mensch. Wenn das Absolute Gott ist, dann heißt dies, dass Gott gewogen und gemessen werden kann, in seine Bestandteile aufgelöst, ‚berechnet’ und in Form einer bestimmten Formel ausgedrückt werden kann.

„Aber der Begriff ‚Stofflichkeit’ ist ebenso relativ wie alles andere. Wenn wir uns ins Gedächtnis rufen, wie der Begriff ‚Mensch’ und alles, was sich auf ihn bezieht - Gut, Böse, Wahrheit, Falschheit und so weiter -, in verschiedene Kategorien gegliedert wird (Mensch Nummer eins, Mensch Nummer zwei und so weiter), dann werden wir leicht verstehen, dass der Begriff ‚Welt’ und alles, was sich auf die Welt bezieht, sich auch in verschiedene Kategorien gliedert. Der Schöpfungsstrahl schafft sieben verschiedene Ebenen in der Welt, sieben Welten, eine innerhalb der anderen. Alles, was sich auf die Welt bezieht, wird auch in sieben Kategorien eingeteilt, eine Kategorie innerhalb der anderen. Die Stofflichkeit des Absoluten ist eine Stofflichkeit anderer Ordnung als die von ‚alle Welten’. Die Stofflichkeit von ‚alle Welten’ ist anderer Ordnung als die Stofflichkeit von ‚alle Sonnen’. Die Stofflichkeit von ‚alle Sonnen’ ist anderer Ordnung als die Stofflichkeit unserer Sonne. Die Stofflichkeit unserer Sonne ist anderer Ordnung als die Stofflichkeit von ‚alle Planeten’. Die Stofflichkeit von ‚alle Planeten’ ist anderer Ordnung als die Stofflichkeit der Erde, und die Stofflichkeit der Erde ist anderer Ordnung als die Stofflichkeit des Mondes. Diese Idee ist vorerst schwierig zu begreifen. Man ist gewöhnt, den Stoff überall für das gleiche zu halten. Die ganze Physik, Astrophysik, Chemie, solche Methoden wie die Spektralanalyse und so fort beruhen auf dieser Annahme. Und es ist wahr, dass der Stoff überall der gleiche ist, aber die Stofflichkeit ist verschieden. Und die verschiedenen Grade der Stofflichkeit hängen direkt von den Qualitäten und Eigenschaften der an einem bestimmten Ort geäußerten Energie ab.

„Stoff oder Substanz setzen notwendig das Bestehen von Kraft oder Energie voraus. Das heißt nicht, dass man eine dualistische Weltanschauung haben müsse. Die Begriffe von Kraft und Stoff sind genau so relativ wie alles andere. Im Absoluten, wo alles eins ist, sind auch Kraft und Stoff eins. Aber in dieser Verbindung werden Stoff und Kraft nicht als wirkliche Prinzipien der Welt selbst genommen, sondern als Eigenschaften oder Kennzeichen der von uns beobachteten Erscheinungswelt. Um mit dem Studium des Weltalls zu beginnen, genügt eine elementare Vorstellung von Kraft und Stoff, wie wir sie durch unmittelbare Beobachtung mit unseren Sinnesorganen gewinnen. Als ‚Konstante’ bezeichnen wir das Stoffliche, den Stoff, und ‚Wandlungen’ im Zustand des ‚Konstanten’ oder des Stoffes bezeichnen wir als Äußerung von Kraft oder Energie. Alle diese Wandlungen können als Ergebnis von Schwingungen oder Wellenbewegungen betrachtet werden, die im Mittelpunkt beginnen, das heißt im Absoluten, und von dort aus nach allen Richtungen gehen, sich überkreuzen, zusammenstoßen und miteinander verschmelzen, bis sie dann am Ende des Schöpfungsstrahls aufhören.

„Von diesem Gesichtspunkt aus besteht also die Welt aus Schwingungen und Stoff oder aus Stoff im Zustande der Schwingung, aus schwingendem Stoff. Das Maß der Schwingungen steht im umgekehrten Verhältnis zur Dichte des Stoffes.

„Im Absoluten sind die Schwingungen am schnellsten und ist der Stoff am wenigsten dicht. In der nächsten Welt sind die Schwingungen langsamer und der Stoff dichter; und dann wird der Stoff noch dichter und die Schwingungen entsprechend langsamer.

„Man kann den ‚Stoff’ als aus ‚Atomen’ bestehend ansehen. Die Atome werden auch in diesem Zusammenhang als Ergebnis der endgültigen Stoffteilung betrachtet. In jeder Stoffordnung sind sie einfach gewisse Teilchen des jeweiligen Stoffes, die nur auf der entsprechenden Ebene unteilbar sind. Nur die Atome des Absoluten sind wirklich unteilbar, die Atome der nächsten Ebene, das heißt der Welt 3, bestehen aus drei Atomen des Absoluten oder, in anderen Worten, sind dreimal so groß und dreimal so schwer, und ihre Bewegungen sind entsprechend langsamer. Ein Atom der Welt 6 besteht aus sechs Atomen des Absoluten, die, miteinander verschmolzen, ein Atom bilden. Seine Bewegungen sind entsprechend langsamer. Das Atom der nächsten Welt besteht aus zwölf ursprünglichen Teilchen und die der nächsten Welten aus vierundzwanzig, achtundvierzig, beziehungsweise sechsundneunzig. Das Atom der Welt 96 hat im Vergleich zum Atom der Welt 1 eine enorme Größe; seine Bewegungen sind entsprechend langsamer, und der Stoff, der aus solchen Atomen besteht, ist entsprechend dichter.

„Die sieben Welten des Schöpfungsstrahls stellen sieben stoffliche Ordnungen dar. Die Stofflichkeit des Mondes ist von der Stofflichkeit der Erde verschieden; die Stofflichkeit der Erde ist von der Stofflichkeit der Planetenwelt verschieden; die Stofflichkeit der Planetenwelt ist von der Stofflichkeit der Sonne verschieden und so fort. „So haben wir anstatt eines Stoffbegriffes sieben Arten von Stoff, aber unsere gewöhnliche Auffassung von Stofflichkeit erfasst kaum die Stofflichkeit der Welten 96 und 48. Der Stoff der Welt 24 ist zu verdünnt, um vom wissenschaftlichen Gesichtspunkt unserer Physik und Chemie aus als Stoff betrachtet zu werden; ein solcher Stoff ist praktisch nur hypothetisch. Der noch feinere Stoff der Welt 12 hat für die gewöhnliche Untersuchung überhaupt keine Kennzeichen der Stofflichkeit. Alle diese Stoffe, die zu den verschiedenen Ordnungen des Weltalls gehören, sind nicht in Schichten getrennt, sondern gemischt oder besser ineinander verwoben. Wir können uns eine Vorstellung von der Verwobenheit von Stoffen verschiedener Dichtigkeiten dadurch machen, dass wir die Durchdringung eines Stoffes durch einen Stoff von anderer uns bekannter Dichtigkeit betrachten. Ein Stück Holz kann mit Wasser durchtränkt, Wasser wiederum mit Gas durchdrungen werden. Genau dasselbe kann zwischen den verschiedenen Stoffarten im ganzen Weltall beobachtet werden: die feineren Stoffe durchdringen die gröberen.

„Ein Stoff, der für uns verständliche Kennzeichen von Stofflichkeit besitzt, wird gemäß seiner Dichte in verschiedene Aggregatzustände eingeteilt: fest, flüssig, gasförmig. Weitere Abstufungen von Stoff sind: strahlende Energie, das heißt Elektrizität, Licht, Magnetismus und so weiter. Aber auf jeder Ebene, das heißt, in jeder Stofflichkeitsordnung, können ähnliche Beziehungen und Gliederungen der verschiedenen Zustände eines bestimmten Stoffes gefunden werden; aber, wie ich schon sagte, der Stoff einer höheren Ebene ist für niedere Ebenen überhaupt nicht stofflich.

„Aller Stoff der Welt, der uns umgibt, die Nahrung, die wir essen, das Wasser, das wir trinken, die Luft, die wir atmen, die Steine, aus denen unsere Häuser gebaut sind, unser eigener Körper - alles wird von allen im Weltall bestehenden Stoffen durchdrungen. Es ist nicht nötig, die Sonne zu studieren oder zu untersuchen, um den Stoff der Sonnenwelt zu erforschen: dieser Stoff besteht in uns selbst und ist das Ergebnis der Teilung unserer Atome. In gleicher Weise haben wir in uns die Stoffe aller anderen Welten. Der Mensch ist im vollen Sinne des Wortes ein ‚Miniaturweltall’. In ihm sind alle Stoffe, aus denen das Weltall besteht; die gleichen Kräfte, die gleichen Gesetze, die das Leben des Weltalls lenken, arbeiten auch in ihm; darum können wir beim Studium des Menschen die ganze Welt studieren, genau wie wir beim Studium der Welt den Menschen studieren können.  

„Aber eine vollständige Parallele zwischen Mensch und Welt kann nur dann gezogen werden, wenn wir den ‚Menschen’ im vollen Sinne des Wortes nehmen, das heißt, einen Menschen, in dem alle ihm innewohnenden Kräfte entwickelt sind. Ein unentwickelter Mensch, ein Mensch, der seine Evolution noch nicht beendet hat, kann nicht als vollständiges Bild oder als vollständiger Plan des Weltalls betrachtet werden - er ist eine unfertige Welt.

„Wie schon gesagt wurde, muss das Selbst-Studium mit dem Studium der Grundgesetze des Weltalls Hand in Hand gehen. Die Gesetze sind überall und auf allen Ebenen die gleichen. Aber dieselben Gesetze bringen in verschiedenen Welten, das heißt, unter verschiedenen Bedingungen, verschiedene Erscheinungen hervor. Das Studium der Beziehungen der Gesetze zu den Ebenen, auf denen sie wirken, führt uns zum Studium der Relativität.

„Die Idee der Relativität nimmt einen sehr wichtigen Platz in dieser Lehre ein, und wir werden später noch auf sie zurückkommen. Aber vor allem anderen ist es notwendig, die Relativität jeder Sache und jeder Äußerung je nach dem Ort, den diese in der kosmischen Ordnung einnehmen, zu verstehen.

„Wir sind auf der Erde und hängen vollständig von den Gesetzen ab, die auf der Erde wirken. Vom kosmischen Gesichtspunkt ist die Erde ein sehr schlechter Platz - wie der entlegendste Teil von Nordsibirien, weit von überall entfernt, es ist kalt, das Leben ist sehr hart. Alles, was anderswo von selbst entsteht oder leicht erreicht wird, kann hier nur durch harte Arbeit erlangt werden; im Leben wie in der Arbeit muss alles erkämpft werden. Im Leben kommt es noch manchmal vor, dass ein Mensch eine Erbschaft macht und dann leben kann, ohne etwas zu tun. Aber in der Arbeit geschieht nichts dergleichen. Alle sind gleich und alle sind gleicherweise Bettler.

 

„Wenden wir unsere Aufmerksamkeit wieder auf das Gesetz der Drei. Wir müssen lernen in allem, was wir tun und in allem, was wir studieren, die Äußerungen dieses Gesetzes zu erkennen. Die Erkenntnis dieses Gesetzes in irgendeinem Bereich enthüllt viel Neues, viel, was wir vorher nicht sahen. Nehmen wir zum Beispiel die Chemie. Die gewöhnliche Wissenschaft kennt das Gesetz der Drei nicht, und sie untersucht den Stoff, ohne seine kosmischen Eigenschaften in Betracht zu ziehen. Aber neben der gewöhnlichen Chemie gibt es eine andere, besondere Chemie oder Alchimie, wenn Sie wollen, die den Stoff unter Einschluss seiner kosmischen Eigenschaften studiert. Wie wir schon gesagt haben, werden die kosmischen Eigenschaften jeder Substanz erstlich durch ihren Ort bestimmt und zweitens durch die Kraft, die im Augenblick in ihnen wirkt. Selbst am gleichen Ort unterliegt die Natur einer bestimmten Substanz einer großen Veränderung, welche durch die Kraft bedingt wird, die sich durch sie äußert. Jede Substanz kann zum Leiter einer der drei Kräfte und dementsprechend aktiv, passiv oder neutralisierend werden. Und es kann weder die erste noch die zweite noch die dritte sein, wenn sich in einem gegebenen Augenblick keine Kraft durch sie äußert oder wenn sie zu den Äußerungen der Kräfte nicht in Beziehung gesetzt wird. Demnach erscheint jede Substanz gleichsam in vier verschiedenen Aspekten oder Zuständen. In diesem Zusammenhang müssen wir bemerken, dass wir, wenn wir vom Stoff sprechen, nicht chemische Elemente meinen. Die besondere Chemie, von der ich rede, betrachtet jede Substanz, selbst eine zusammengesetzte, soweit sie eine gesonderte Funktion hat, als ein Element. Nur auf diese Weise ist es möglich, die kosmischen Eigenschaften des Stoffes zu untersuchen, da alle zusammengesetzten Verbindungen ihren eigenen kosmischen Zweck und ihre eigene Bedeutung haben. Von diesem Gesichtspunkt aus ist ein Atom einer bestimmten Substanz die kleinste Menge dieser Substanz, in der alle chemischen, physischen und kosmischen Eigenschaften enthalten sind. Infolgedessen ist die Größe eines ‚Atoms’ der verschiedenen Substanzen nicht die gleiche. Und in manchen Fällen kann ein ‚Atom’ sogar ein Teilchen sein, das mit bloßem Auge gesehen werden kann.

„Die vier Aspekte oder Zustände jeder Substanz haben verschiedene Namen. „Wenn eine Substanz zum Leiter der ersten oder aktiven Kraft wird, nennt man sie ‚Kohlenstoff’, und sie wird gleich dem Kohlenstoff der Chemie durch den Buchstaben C bezeichnet.

„Wenn eine Substanz zum Leiter der zweiten oder passiven Kraft wird, nennt man sie ‚Sauerstoff’, und gleich dem Sauerstoff der Chemie wird sie mit dem Buchstaben O bezeichnet.

„Wenn eine Substanz zum Leiter der dritten oder neutralisierenden Kraft wird, nennt man sie ‚Stickstoff’, und wie der Stickstoff in der Chemie wird sie mit dem Buchstaben N bezeichnet.

„Eine Substanz ohne Bezug auf die Kraft, die durch sie wirkt, nennt man ‚Wasserstoff’, und wie der Wasserstoff der Chemie wird sie mit dem Buchstaben H bezeichnet.

„Die aktive, passive und neutralisierende Kraft werden durch die Ziffern 1, 2, 3 und die Substanzen durch die Buchstaben C, O, N und H bezeichnet. Diese Bezeichnungen müssen verstanden werden.“

...

Please reload

This site was designed with the
.com
website builder. Create your website today.
Start Now